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Leistungsbereich

Mammachirurgie

Allgemeine Informationen

Die gesellschaftliche Dimension der Erkrankung Brustkrebs wird aus folgenden Angaben deutlich: Sie stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar mit einer geschätzten Anzahl von jährlich ca. 55.000 Neuerkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt vergleichsweise früh bei 62 Jahren, knapp sieben Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter bei Krebs gesamt (GEKID 2006). Im Jahr 2005 starben ca. 17.700 Frauen an Brustkrebs (Statistisches Bundesamt).

Die Prognose der Betroffenen bezüglich Rezidivrate und Überleben wird maßgeblich beeinflusst durch das Tumorstadium bei Diagnosestellung. Die relative, d.h. tumorabhängige 5-Jahres-Überlebensrate liegt über alle Stadien hinweg bei 82,1%, im Stadium pT1 sogar bei 91,0% (Sauer 2005). Ziel einer qualitativ hochwertigen Früherkennung ist also, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Dabei gilt es aber auch, gesunde Frauen als solche zu erkennen und dadurch vor unnötigen und belastenden diagnostischen Maßnahmen zu schützen. Weiterhin wird die individuelle Prognose von Brustkrebs-Patientinnen durch eine sachgerechte Behandlung im interdisziplinären Team beeinflusst. Für viele Betroffene gibt es Therapieoptionen mit vergleichbaren Überlebensraten, so dass in diesen Situationen der Erhalt der Lebensqualität ein vorrangiges Ziel ist. Konkret bedeutet dies, dass die Frauen in den Entscheidungsprozess auf der Basis umfassender und verständlicher Informationen einzubinden sind.

Evidenzbasierte Standards für die gesamte Versorgungskette bei Brustkrebs sind in nationalen (Kreienberg et al. 2004; Schulz & Albert 2003), sowie zahlreichen internationalen Leitlinien festgeschrieben. Ein anerkanntes Instrument zur Implementierung von Leitlinien sind Qualitätsindikatoren (Albert et al. 2004; Kopp 2004; Kreienberg et al. 2004; Ollenschläger & Kirchner 2004; Schulz & Albert 2003). Autoren beider deutschen Leitlinien sind Mitglieder in der BQS-Fachgruppe Mammachirurgie, so dass ein Dialog zwischen den Arbeitsgruppen für Leitlinien und der BQS-Fachgruppe für die externe Qualitätssicherung unmittelbar und kontinuierlich stattfindet.

Literatur:

Albert U-S, Koller M, Lorenz W, Doherty J, Schulz K-D, Wagner U, Kopp I.
Implementierung und Evaluation von Leitlinien auf nationaler Ebene: Entwicklung eines Konzeptes für die Stufe-3-Leitlinie „Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland“. ZaeFQ 2004; 98: 347-359.

Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID). Krebs in Deutschland. Häufigkeiten und Trends. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe. Saarbrücken. 2006.

Kopp I. Systematische Erstellung klinischer Leitlinien: Überblick. Workshop Leitlinien Berlin. 2. bis 3. Juli 2004. http://www.aezq.de/projekte/pdf/wsll_01_kopp.ppt (Recherchedatum: 21.02.2007).

Kreienberg R, Kopp I, Lorenz W, Budach W, Dunst J, Lebeau A, Lück H-J, v. Minckwitz G, Possinger K, Sauerbrei W, Sauerland S, Souchon R, Thomssen C, Untch M, Volm T, Weis J, Schmitt-Reißer B, Koller M, Heilmann V. Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau: Eine nationale S3-Leitlinie. Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Informationszentrum für Standards in der Onkologie (ISTO), (Hrsg.). Frankfurt a. M.. 2004. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/032-045.htm (Recherchedatum: 19.01.2007).

Ollenschläger G, Kirchner H. Systematische Entwicklung von Leitlinien. Qualität und Implementierung. Workshop für Leitlinien-Entwickler. 2. bis 3. Juli 2004. http://www.aezq.de/projekte/pdf/wsll_02_ollenschlaeger.pdf. (Recherchedatum: 21.02.2007).

Sauer H. Mammakarzinome Manual. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Tumorzentrum München (Hrsg.). München, Wien, New York. Zuckschwerdt Verlag; 2005.

Schulz KD, Albert US, (Hrsg.). Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland. München, Wien, New York. Zuckschwerdt Verlag; 2003.

Statistisches Bundesamt. http://www.destatis.de/basis/d/gesu/gesutab20.php#an. (Recherchedatum: 21.02.2007).